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Pia Mann
Frauenbeauftragte
| Adresse |
Lansstraße 7-9 Raum 304 14195 Berlin |
| Telefon | 030 838-52888 |
| frauenbeauftragte@jfki.fu-berlin.de |
Sprechstunde
nach Vereinbarung
Stellvertreterin
Stella Hindemith
Aufgaben
Die Frauenbeauftragte kümmert sich, wie es der Name schon sagt, um die Belange von Frauen am Institut. Sollte sich eine Frau am Institut aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit diskriminiert fühlen, kann sie sich an die Frauenbeauftragte wenden.
Da Beschwerden über diese Art von offensichtlicher Diskriminierung jedoch nur selten kommen, geht es vor allem darum, Frauen, aber auch Männer, mit Informationen zu Geschlechterthemen am „Schwarzen Brett“ (erster Treppenabsatz) zu versorgen. Hier wird über Veranstaltungen, Seminare, Tagungen etc. zu Gender-Themen informiert.
Wichtige Bestandteile der Arbeit, die vor allem für Studierende nicht sichtbar ist, ist das Besuchen von Sitzungen (Institutsrat, Berufungskommissionen) und die Teilnahme an Bewerbungsgesprächen auf allen Ebenen des Instituts sowie an der angegliederten Graduiertenschule. Die Frauenbeauftragte achtet hierbei darauf, dass Frauen nicht aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt werden.
Die Situation am Institut
Im Allgemeinen ist die derzeitige Situation am John-F.-Kennedy-Institut aus gleichstellungspolitischer Sicht durchaus positiv zu bewerten. Im Wintersemester 2010/11 sind 434 Studierende (alle Studienordnungen) am Institut eingeschrieben, wobei der weibliche Anteil 66% beträgt. Die Anzahl der Promotionsstudierenden beträgt 16, elf davon sind weiblich. Von vier C4-Professuren am JFKI sind momentan zwei von Frauen besetzt (eine davon wird von einem Mann vertreten); ferner gibt es eine W3-Professur, die von einem Mann ausgefüllt wird sowie eine weiblich besetze C3-Professur. Hinzu kommen sieben Juniorprofessuren (W1): drei davon haben zurzeit Frauen inne (eine davon wird im Wintersemester von einer Frau vertreten), eine wird von einem Mann ausgefüllt, während weitere drei zur (Neu-)Besetzung ausgeschrieben sind und momentan vertreten werden. Bei den Gastprofessuren gestaltet sich das Bild gegensätzlich mit einem Geschlechterverhältnis von 8:2 (inkl. Drittmittel) zu männlichen Gunsten. Jedoch setzt sich das Institut in Zukunft für einen höheren Anteil von Frauen an Gastprofessuren sowie für eine stärkere Berücksichtung der Frauen- und Geschlechterforschung in diesem Bereich ein, wie in dem im Sommersemester 2010 verabschiedeten „Maßnahmenplan zur Frauenförderung, Gleichstellung und Familienfreundlichkeit“ (s.u.) festgehalten wurde. Im Mittelbau liegt der Frauenanteil derzeit bei etwa 63%: Von 16 Stellen (inkl. Drittmittel), sind hier zehn mit Frauen besetzt. Bei den Sonstigen Mitarbeiter/innen fällt die Analyse widersprüchlich aus. Einerseits sind dort aktuell von 15 Beschäftigten 13 Frauen, andererseits schreibt sich auch am JFKI eine problematische Entwicklung, die auf Universitätsebene zu erkennen ist, fort: Den meisten Sonstigen Mitarbeiterinnen kommt – trotz stetig steigender Anforderungen – eine vergleichsweise geringe BAT-Entlohnung zu, wobei selbst Weiterbildungen keine Lohnerhöhungen zur Folge haben. Dies ist insbesondere auf Sekretariatsebene als kritisch zu beurteilen, da die Anforderungen hier die klassische Sekretariatsarbeit in vielen Fällen übersteigen: Sekretär/innen verrichten oftmals Sachbearbeiter/innen-Tätigkeiten, werden jedoch nicht dementsprechend entlohnt. Des Weiteren beschäftigt das JFKI momentan 18 studentische Hilfskräfte (inkl. Drittmittel), wovon 12 weiblich sind.
Die allgemein positive gleichstellungspolitische Situation setzt sich an der Graduiertenschule für Nordamerikastudien fort. Von momentan 48 Graduierten (insgesamt vier Kohorten) sind 29 weiblich, was einem Frauenanteil von 60% entspricht. Darüber hinaus ist aus Sicht der Familienfreundlichkeit zu begrüßen, dass die Graduiertenschule im Jahr 2009 die DFG-Familienstandards für ihre Doktorand/innen übernommen hat. Seitdem haben fünf Promovierende mit Kind/ern – vier weibliche und ein männlicher – davon Gebrauch gemacht.
Lehre
Auch in der Lehre sind Themen der Frauen- und Geschlechterforschung in jedem Semester am Institut vertreten. Sogenannte Genderthemen umfassen nicht nur feministische Theorien, sondern mitunter auch Konstruktionen von Geschlecht, von „Weiblichkeiten“ und „Männlichkeiten“. Des Weiteren werden Fragen von Identität, Sexualität und Inszenierungen von Körpern sowie die Verwobenheit von Strukturmerkmalen bzw. Diskriminierungsmechanismen thematisiert.
In jedem Semester werden Lehraufträge zu Geschlechterthemen von der „Zentraleinrichtung zur Förderung von Frauen- und Geschlechterforschung“ übernommen. Wenn Interesse besteht, einen Lehrauftrag zu Genderthemen zu beantragen, kann im Institutsrat, bzw. in der Verwaltung ein schriftlicher Antrag gestellt werden.
Weitere Links
An der Humboldt-Universität gibt es das Zentrum für interdisziplinäre Frauenforschung (ZiF), welches den Studiengang Gender Studies koordiniert, der bisher leider der einzige Hauptfachstudiengang Gender Studies in Deutschland ist. Ein, im Vergleich zu den USA, sehr klägliches Zeugnis, da in den Vereinigten Staaten Women´s and Gender Studies an fast jeder Universität als Studienfächer existieren.
An der FU gibt es die Zeitschrift femina politica, die zu Frauen- und Geschlechterthemen eine wichtige Informationsquelle ist.
Frauenfördermittel
Die Freie Universität Berlin wirkt mit Geldern zur Frauenförderung der strukturellen Diskriminierung von Frauen entgegen. Mit diesen Geldern sollen Frauen in ihrer Karriere sowie das Wissen über Prozesse von Diskriminierung gefördert werden. Aus diesem Grund werden auch Projekte gefördert, die der Frauen- und Geschlechterforschung dienen. Weitere Informationen über die Herkunft und Verteilung der Gelder können unter dem Stichwort Leistungsorientierte Mittelvergabe eingeholt werden.
Literaturtipps
Die Ordnung der Geschlechter in historischer Perspektive
- Beauvoir, Simone de: Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau, Reinbek, 1949
- Dölling, Irene: Der Mensch und sein Weib. Frauen- und Männerbilder. Geschichtliche Ursprünge und Perspektiven, Berlin, 1991
- Foucault, Michel: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit. Bd. 1., Frankfurt a.M., 1977
- Laqueur, Thomas: Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud, Frankfurt a. M., 1992
Geschichte der Frauen- und sozialkritischen Bewegungen
- Basu, Amrita (ed.): Women´s Movements in Global Perspektive, Boulder: Westview Press, 1996
- Evans, Sara: Personal Politics: The Roots of Women´s Liberation in the Civil Rights Movement and the New Left, New York, 1980
- Nave-Herz, Rosemarie: Die Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland, Bonn, 1988
- Visvanathan, Nalini; Duggan, Lynn; Nisinoff, Laurie (Hg.): The Women, Gender and Development Reader, London, 1997
Geschlecht/Gender als Analysekategorie
- Bourdieu, Pierre: "Die männlich Herrschaft." In: I. Dölling/M. Steinrücke (Hg.): Ein alltägliches Spiel. Geschlechterkonstruktionen in der sozialen Praxis, Frankfurt a. M., 1997
- Haraway, Donna: "Geschlecht, gender, genre – Sexualpolitik eines Wortes", Argument 166, 1987
- Lauretis, Teresa de: "The Technology of Gender." In: Technologies of Gender. Essays on Theory, Film and Fiction, Bloomington, 1987
- Scott, Joan W.: "Gender. A Usefull Categorie of Historical Analysis." In: American Historical Review 91 (1986) (dtsch. In: Selbst Bewußt. Frauen in den USA. Hg. Von Nancy Kaiser.Leipzig: Reclam, 1994)
Differenzen/Ordnung der Geschlechter in kulturtheoretischer Perspektive
- Benhabib, Seyla u. a. (Hg.): Der Streit um Differenz. Feminismus und Postmoderne in der Gegenwart, Frankfurt a. M., 1993
- Butler, Judith: Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt a. M., 1991 (engl.: Gender Trouble, Routledge, 1990)
- Haraway, Donna: "Ein Manifest für Cyborgs: Feminismus im Streit mit den Technowissenschaften." In: Die Neuerfindung der Natur: Primaten, Cyborgs und Frauen, Frankfurt a. M., 1995
- Owens, Craig: "Der Diskurs des Anderen – Feminismus und Postmoderne." In: Huyssen, Andreas; Scherpe, Klaus R. (Hg.): Postmoderne. Zeichen eines kulturellen Wandels, Reinbek, 1989
- Vinken, Barbara (Hg.): Dekonstruktiver Feminismus. Literaturwissenschaft in Amerika, fam, 1999
Maßnahmenplan zur Frauenförderung, Gleichstellung und Familienfreundlichkeit
Am 21.04.2010 verabschiedete der Institutsrat des JFKI den "Maßnahmenplan zur Frauenförderung, Gleichstellung und Familienfreundlichkeit" (MFGF), der zur Verwirklichung der Gleichstellung von Frauen und Männern sowie zur Familienfreundlichkeit am Institut beitragen soll. Ziele sind die Erhöhung des Frauenanteils dort, wo Frauen unterrepräsentiert sind sowie die Verbesserung der Studien- und Arbeitsbedingungen von Frauen und Menschen mit familiärer Verantwortung am Institut.
Konkret sieht der MFGF u.a. Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit von Frauen am Arbeitsplatz vor, die insbesondere durch die Verbesserung der Parkplatzbeleuchtung erreicht werden soll. Außerdem soll der Anteil von Frauen an Gastprofessuren angehoben und Frauen- und Geschlechterforschung in diesem Bereich stärker berücksichtigt werden. Darüber hinaus sind im MFGF Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. Beruf sowie die Förderung weiblicher Studierender schriftlich fixiert. Letztere soll mitunter durch spezielle weiterbildende Seminare für Studentinnen – insbesondere zu Rhetorik, Moderation u.Ä. – gewährleistet werden, die jedes Semester angeboten werden sollen.





